Stress und Depression

Kann Stress Depressionen verursachen? Nebel im Kopf untersucht die Verbindung zwischen beiden und hilft dir, dein Leben zu entschlacken, um dein Stressniveau zu verbessern.

Stress ist gut für dich. Er hält dich wach, motiviert und vorbereitet, auf Gefahren zu reagieren. Wie jeder weiß, der schon einmal eine Arbeitsfrist einzuhalten hatte oder an einem Wettkampf teilgenommen hat, mobilisiert Stress den Körper, um darauf zu reagieren und die Leistung zu verbessern. Doch zu viel Stress oder chronischer Stress kann bei anfälligen Menschen zu schweren Depressionen führen.

„Wie E-Mail und E-Mail-Spam ist ein wenig Stress gut, aber zu viel ist schlecht; du musst dich abschalten und neu starten“, sagt Dr. med. Esther Sternberg, eine führende Stressforscherin und Leiterin der Abteilung für neuroendokrine Immunologie und Verhalten am National Institute of Mental Health.

Selbst positive Ereignisse, wie die Heirat oder die Aufnahme einer neuen Arbeit, können stressig sein und zu einer Episode einer schweren Depression führen. Dennoch leiden etwa 10% der Menschen an einer Depression, ohne dass ein stressiges Ereignis ausgelöst wurde.

Der Zusammenhang zwischen Stress und Depression

Stress – ob chronisch, wie die Betreuung eines an Alzheimer erkrankten Elternteils, oder akut, wie der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Tod eines geliebten Menschen – kann bei anfälligen Menschen zu schweren Depressionen führen. Beide Arten von Stress führen zu einer Überaktivität des Stressreaktionsmechanismus des Körpers.

Anhaltender oder chronischer Stress führt insbesondere zu erhöhten Hormonen wie Cortisol, dem „Stresshormon“, und zu einer Verringerung von Serotonin und anderen Neurotransmittern im Gehirn, darunter Dopamin, das mit einer Depression in Verbindung gebracht wird. Wenn diese chemischen Systeme normal funktionieren, regulieren sie biologische Prozesse wie Schlaf, Appetit, Energie und Sexualtrieb und ermöglichen den Ausdruck normaler Stimmungen und Emotionen.

Wenn sich die Stressreaktion nach einer schwierigen Situation nicht abschaltet und zurückgesetzt wird, kann dies bei anfälligen Menschen zu Depressionen führen.
Niemand im Leben entgeht ereignisbezogenem Stress, wie dem Tod eines geliebten Menschen, dem Verlust des Arbeitsplatzes, einer Scheidung, einer Naturkatastrophe wie einem Erdbeben oder sogar einem dramatischen Einbruch deiner 401(k). Eine Entlassung – ein akuter Stressfaktor – kann zu chronischem Stress führen, wenn die Arbeitssuche verlängert wird.

Verluste jeglicher Art sind ein wichtiger Risikofaktor für Depressionen. Trauer wird als normale, gesunde Reaktion auf Verlust betrachtet, aber wenn sie zu lange andauert, kann sie eine Depression auslösen. Eine schwere Krankheit, einschließlich der Depression selbst, wird als chronischer Stressor betrachtet.

Stress und Depressionen: Lebensstil-Faktoren

Der Zusammenhang zwischen Stress und Depression ist komplex und zirkulär. Menschen, die gestresst sind, vernachlässigen oft gesunde Lebensgewohnheiten. Sie rauchen möglicherweise, trinken mehr als normal und vernachlässigen regelmäßige Bewegung. „Stress, oder gestresst zu sein, führt zu Verhaltensweisen und Mustern, die wiederum zu einer chronischen Stressbelastung führen und das Risiko einer schweren Depression erhöhen können“, sagt Dr. Bruce McEwen, Autor von The End of Stress as We Know It.

Der Verlust des Arbeitsplatzes ist nicht nur ein Schlag für das Selbstwertgefühl, sondern führt auch zum Verlust von sozialen Kontakten, die eine Depression abfedern können.

Interessanterweise ähneln viele der Veränderungen im Gehirn während einer Depressionsphase den Auswirkungen von schwerem, lang anhaltendem Stress.

Stress und Depression: Resilienz aufbauen

Wenn jemand eine schwere Depression hat, ist es normalerweise nicht der beste Zeitpunkt, um seine Lebensweise zu ändern. Aber du kannst dich vor dem Wiederauftreten einer Depression schützen oder helfen, dich vor einer ersten Depressionsphase zu schützen, indem du Änderungen in der Lebensweise vornimmst, die die Stressreaktion des Körpers verändern. Der Aufbau von Widerstandsfähigkeit ist besonders wichtig, wenn du unter chronischem Stress, wie z.B. Arbeitslosigkeit, leidest.

Die folgenden Änderungen der Lebensweise können dazu beitragen, das Stressniveau zu reduzieren und deine Widerstandsfähigkeit zu stärken, wodurch das Risiko einer Depression verringert wird:

1. Übung: Experten empfehlen eine halbstündige moderate Bewegung, wie z.B. Wandern oder Schwimmen an fünf Tagen in der Woche. „Einen Marathon zu laufen ist nicht das, was man machen will“, sagt Sternberg. Bewegung produziert im Körper Chemikalien, die die Stimmung heben und Hormone und Neurotransmitter, darunter Endorphine, stimulieren, die helfen können, Stress abzubauen.

2. Starke, unterstützende Beziehungen: Isolierung ist ein Risikofaktor für Depressionen, während die Gemeinschaft die Menschen vor den Auswirkungen von Widrigkeiten schützt. Negative, kritische Beziehungen sind schädlich.

3. Yoga, Meditation, Gebet, Psychotherapie: Studien haben gezeigt, dass diese Praktiken hilfreich sein können, „um deine Gehirnkreisläufe neu zu trainieren“, sagt Sternberg. „Sie haben eine positive Wirkung auf die emotionalen Gehirnkreisläufe.“

4. Gut essen und nicht zu viel Alkohol trinken. Menschen, die sich gestresst fühlen, trinken möglicherweise zu viel; Alkohol ist ein bekannter Stimmungsunterdrücker.

5. Sich Zeit für dich selbst nehmen. Plane eine Auszeit ein, um kreativen Aktivitäten oder einem Hobby nachzugehen. Das heutige geplagte, multitaskingorientierte Leben ist stressig. Wenn möglich, plane Miniferien ein; längere Pausen von mindestens 10 Tagen haben sich als vorteilhafter für den Stressabbau erwiesen.

6. Schlafen. Menschen, die Überstunden machen oder Familie und Arbeit unter einen Hut bringen, bekommen möglicherweise keine acht Stunden erholsamen Schlaf.

7. Kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapie. Diese Art der Therapie hilft den Menschen, die Ereignisse positiver zu gestalten. Negative Einstellungen und die Neigung zur Sorge können die Auswirkungen von Stress verstärken.

„Es ist wichtig, dass Menschen, die an einer Depression leiden, sich nicht selbst die Schuld geben – es ist zum Teil deine genetische Veranlagung, zum Teil deine aktuelle Umgebung und zum Teil deine frühe Umgebung, die zu der Depression geführt hat“, sagt Sternberg. „Wenn du deprimiert bist, suche Hilfe. Du kannst es nicht allein bewältigen.“